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BV Ausbildungs- und Wohngebäude des Auswärtigen Amtes
Gästehaus des Bundesministers des Auswärtigen (Villa Borsig)
unter Beachtung des Denkmal- und Naturschutzes
Reiherwerder Berlin-Tegel, Schwarzer Weg

ERLÄUTERUNGSBERICHT : ... Von der Halbinsel Reiherwerder in die Welt ...

Die Halbinsel Reiherwerder ist ein geschichtsträchtiges Anwesen in Berlin - Tegel, das schon immer in die ganze Welt ausstrahlte. Es war ursprünglich im Besitz der Familie Alexander von Humboldt und wurde Anfang des letzten Jahrhunderts von der Industriellenfamilie Borsig erworben, deren Dampflokomotiven weltweit zum Einsatz kamen. In den vergangenen 5 Jahrzehnten wurden hier internationale Führungskräfte und Diplomaten ausgebildet. Die Akademie Auswärtiger Dienst hat hier ihren endgültigen Standort gefunden und an die alte Tradition der Diplomatenausbildung an diesem Ort weitergeführt. Die Halbinsel Reiherwerder ist ein bedeutendes Gartendenkmal, wo es im Einklang mit dem Denkmal- und Naturschutz gelungen ist, die Altenbauten denkmalgerecht zu sanieren und die Neubauten harmonisch in den einst von der Familie Borsig angelegten Park zu integrieren.

Die Planung und die Ausführung des gesamten Bauvorhabens erfolgte in den Jahren 2000 - 2005.

Das Grundstück liegt im Stadtbezirk Berlin-Tegel auf der Halbinsel Reiherwerder.

Das Grundstück wird umgrenzt im Norden - Schwarzer Weg, im Osten - Tegeler See / Großer Malchsee, im Süden - Tegeler See, im Westen - Tegeler Forst.

8 bestehende Gebäude, darunter die ehemalige Villa Borsig wurden denkmalgerecht saniert.

4 Gebäude wurden als Neubauten errichtet.

Das Bauvorhaben wurde von uns in den Leistungsphasen 6 - 9 betreut.

Mit Ausnahme des Pavillon du Lac befinden sich alle Gebäude in der gartendenkmalpflegerisch geschützten Parkanlage der landschaftlich reizvollen Halbinsel Reiherwerder. Die Parkanlage ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Tegeler Forst und 0,7 ha des Grundstücks liegen innerhalb der engeren Wasserschutzzone II, der überwiegende Teil in der weiteren Wasserschutzzone IIIa.

Bei den Gebäuden handelt es sich insgesamt um eine Bruttogeschossfläche über 9.000 m². Die Baukosten betrugen 22 Mio €.

Folgende Maßnahmen waren durchzuführen:

Haus 1, Villa Borsig:
1 Untergeschoss, 3 oberirdische Geschosse, BRI 15.600 m³
Die 1911-13 erbaute, denkmalgeschützte Villa Borsig ist das architektonisch und städtebaulich dominie-rende Gebäude der Liegenschaft und wird nach der Sanierung als Gästehaus des Bundesministers des Auswärtigen genutzt. Das Gebäude bleibt in seiner äußeren Erscheinung unverändert und wurde im Inneren saniert.

Haus 2, Alte Villa:
1 Untergeschoss, 2 oberirdische Geschosse, BRI 3.900 m³
Das denkmalgeschützte Gebäude blieb in seinem Erscheinungsbild unverändert und wurde saniert.

Haus 3, Ehemaliges Maschinenhaus:
1 Untergeschoss, 3 oberirdische Geschosse, BRI 2.100 m³
Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes wurde wiederhergestellt, ein Anbau aus den siebziger Jahren wurde abgebrochen.

Haus 4, Seminarhaus:
2 oberirdische Geschosse, BRI 8.900 m³
Das Gebäude aus den achtziger Jahren blieb in seiner Nutzung als Seminargebäude mit Übernachtungszimmern bestehen. Es wurden notwendige bauliche Veränderungen vorgenommen.
Im Norden wurde dem Gebäude das neue Seminarhaus Haus 14 als Anbau vorgelagert.

Haus 6+7:
1 Untergeschoss, 2 bzw. 3 oberirdische Geschosse, BRI 6.350 m³
Haus 6/7, der denkmalgeschützte, ehemalige Wirtschaftsbereich, besteht aus dem 1905 errichteten Haus 6 und Haus 7, einem eingeschossigen Anbau von 1969, in dessen Dachgeschoss neue Übernachtungs-zimmer errichtet wurden. Die Gebäude wurden im Wesentlichen als Wohngebäude genutzt, im EG von Haus 7 wurde die Heizzentrale des Geländes installiert. Die Gebäude wurden vollständig saniert.

Haus 8, Pförtnerhaus:
1 oberirdisches Geschoss, BRI 46 m³
Das aus nur einem Raum bestehende, denkmalgeschützte Haus blieb unverändert und wurde saniert.

Haus 9, Torhaus:
1 Untergeschoss, 2 oberirdische Geschosse, BRI 800 m³
Das denkmalgeschützte Gebäude blieb in Nutzung und Erscheinungsbild unverändert und wurde saniert.

Haus 12, Pavillon du Lac:
3 oberirdische Geschosse, BRI 8.100m³
Das aus verschiedenen Bauteilen und Anbauten bestehende ehemalige Gourmetrestaurant mit seinen großzügigen Terrassen am See wurde zur Mensa der AFS mit neuer Küche, Küchenausgabe, Speisesaal, Auditorium und Bar umgebaut. Das Gebäude wurde komplett saniert, dabei wurden verschiedene Anbauten zurückgebaut.

Noch zwei kleine Geschichten zum Projekt am Rande:

Als wir den Pavillon du Lac bereits vollständig fertiggestellt hatten, gab es einen Brandanschlag. Autonome sind von der Wasserseite in der Nacht mit einem Boot herangefahren und haben einen Brandsatz an die Fassade gesetzt. Die gesamte Holzfassade ist abgebrannt und musste nochmals neu hergestellt werden. Unvergessen werden uns auch all die fleißigen Biber bleiben, die mit ihren eifrigen Bautätigkeiten im Wasserbereich uns stets beeindruckt haben.

Fotos und Details zum Projekt

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