Home > Wohnen > BV Mühsamstraße 39

Home > Erläuterungsberichte > BV Mühsamstraße 39, 10249 Berlin

BV Mühsamstraße 39, 10249 Berlin

ERLÄUTERUNGSBERICHT : ... Wohnen am Park am Petersburger Platz

Das Bauvorhaben befindet sich neben dem Park am Petersburger Platz im Bezirk Friedrichshain. Der Friedrichshain gliedert sich historisch in die Gebiete östliche Stralauer Vorstadt, Boxhagen, Stralau, Samariterviertel und die östliche Königsstadt, dazu die ehemals zu Berlin-Lichtenberg gehörende Kolonie Friedrichsberg.

Vor 1920 verlief die Stadtgrenze quer durch den Bezirk. Bis zum 19. Jahrhundert wurde im eher ländlichen Stralauer Viertel vor allem Gartenbau betrieben. Mit dem Bau des Frankfurter Bahnhofs 1842 veränderte sich der Stadtteil, Mietskasernen und Fabriken wurden errichtet. Textilindustrie (Weberei, Bleichen und Färbereien), Holzverarbeitung und ein Papierwerk, Lebensmittelindustrie (Brauereien, Molkereibetriebe, Fleischfabriken, Zuckerfabrik, Essigfabrik, Mühlen) sowie Eisengießerei und Maschinenfabriken (z.B. Julius Pintsch AG) sind Beispiele für die beginnende Industrialisierung des Bezirks.

Friedrichshain war in den 1920er und 1930er Jahren eine Hochburg der Sozialdemokraten und Kommunisten. Im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam es in Friedrichshain immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit den Schlägertrupps der SA, in deren Folge das SA-Mitglied Horst Wessel getötet wurde. Die Nationalsozialisten nutzten diesen Anlass zu zahlreichen Übergriffen und Morden an politisch Andersdenkenden. Von 1933 bis 1945 trug der Bezirk den Namen Horst-Wesse-Stadt. In den 1930er Jahren hatte er etwa 340.000 Einwohner. Eine beträchtliche Veränderung des Bezirksgebietes fand 1938 statt, als ihm die westlich der Ringbahn gelegenen Teile des Bezirks Lichtenberg eingegliedert wurden, die den Großteil des historischen Gebietes Friedrichsberg sowie Boxhagen ausmachen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg und während des Bestehens der DDR war Friedrichshain ein Arbeiterbezirk mit vielen Industrie- und Gewerbegebieten. Der im Süden von Friedrichshain gelegene Osthafen war zu DDR-Zeiten einer der wichtigsten Warenumschlagplätze in Ost-Berlin. Die alten Lager- und Kühlhäuser am Ufer zeugen noch heute von dieser Zeit. Der U-Bahnhof Osthafen (bis 1924: Stralauer Thor), direkt an der Oberbaumbrücke gelegen, wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut. Zu Mauerzeiten war der Osthafen Grenzgebiet und daher nur noch eingeschränkt nutzbar. Nach der Wende wurde einige Hafengebäude aufwendig saniert. Das Eierkühlhaus direkt an der Oberbaumbrücke wird heute von Universal Music als Firmenniederlassung genutzt, daneben hat der Musiksender MTV sein Quartier bezogen.

Im nördlich vom Hafen gelegenen Industriegebiet hatte die Deutsche Gasglühlicht AG ein großes Werk zur Herstellung von Glühlampen errichtet, das 1919/20 zum Osram Werk D (Drahtwerk und 1969 in das Kombinat Glühlampenwerke NARVA integriert. Die Glühlampenwerke NARVA beschäftigten zeitweise 5000 Arbeiter. Nach deren Abwicklung verschwanden nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch der Begriff "NARVA" aus Berlin und Friedrichshain fast vollständig. Einzig der Sportverein SG NARVA Berlin und der Club "NARVA Lounge" erinnern noch an den alten Namen.

Im Osten von Friedrichshain liegt ein weiteres ehemaliges Industriegebiet. Dort und im angrenzenden Lichtenberg hat ab 1904 Georg Knorr einen großen Büro- und Fabrikkomplex errichtet (Knorr-Bremse AG), der heute zum größten Teil von der Deutschen Rentenversicherung genutzt wird. Die Knorr-Bremse AG wurde 1954 in VEB Berliner Bremsenwerk umgewandelt. Heute befindet sich in einem der Gebäude ein Museum der Knorr-Bremse AG: Im Jahr 1874 wurde auf Anraten von Rudolf Virchow das erste städtische Krankenhaus Berlins, das Krankenhaus im Friedrichshain, nach sechsjähriger Bauzeit eröffnet. Es wurde unmittelbar an der Landsberger Allee im Volkspark Friedrichshain erbaut, der zum Ausgleich nach Osten hin um den sogenannten "Neuen Hain" erweitert wurde.

Die Bauten der Karl-Marx-Allee stehen heute unter Denkmalschutz und wurden in den 2000er Jahren aufwendig saniert. In der Zeit bis zur Wende wurden nördlich und südlich dieser Magistrale Plattenbauten errichtet. In der Wendezeit und danach nutzten viele Hausbesetzer aus der linken Szene - vor allem aus West-Berlin - den hohen Leerstand in den unsanierten Altbaugebieten im östlichen Teil des Bezirks, um neue Hausbesetzungen durchzuführen. 1990 endete diese Hausbesetzerwelle mit Straßenschlachten in der Mainzer Straße. Viele der Häuser wurden durch die Polizei geräumt. Einige der ehemaligen Besetzer wohnen noch in "ihren" Häusern. Aus der Hausbesetzterkultur entstanden nicht selten wichtige und beliebte soziokulturelle Einrichtungen in Friedrichshain: Bars, Veranstaltungsräume, Beratungsstellen, Videokinos. Dies trug wohl auch dazu bei, dass Friedrichshain immer mehr zuziehende Studenten und Touristen anlockt, die den "Szene-Stadtteil" für sich entdecken.

Ende der 1990er Jahren entwickelte sich die Gegend um die Simon-Dach-Straße zum Kneipenviertel mit vielen kleinen Läden, die eher junges Publikum aus der ganzen Stadt anziehen.

Das Baugrundstück Mühsamstraße 39 ist seit dem 2. Weltkrieg ein unbebautes Lückengrundstück im Bezirk Friedrichshain von Berlin. Es grenzt an die vorhandene Nachbarbebauung Mühsamstraße 37 bzw. Mühsamstraße 41 aus der Gründerzeit an.

Die Erschließung des Grundstücks ist gesichert. Die Zufahrt erfolgt über die Mühsamstraße. In der Mühsamstraße liegen die Leitungen für Trinkwasser, Abwasser, Strom, Fernmeldeleitung und Fernwärme. Die notwendigen Hausanschlüsse an die Erschließungsleitungen werden im Rahmen des Bauvorhabens hergestellt. Ebenso wird die Erschließung des vorhandenen Hinterhauses über die geplante Durchfahrt gesichert.

Das unmittelbare bauliche Umfeld ist im wesentlichen geprägt durch eine geschlossene Bauweise. Die unbebaute Grundstücksfläche ist unbefestigt. Das Nachbargrundstück Mühsamstraße 41 ist grenzständig mit einem 5-geschossigen Gründerzeitgebäude, bestehend aus Vorderhaus, Seitenflügel und Quergebäude, bebaut. Das Nachbargrundstück Mühsamstraße 37 ist grenzständig ebenfalls mit einem 5-geschossigen Gründerzeitgebäude vorhanden.

Es entstehen 18 neue Wohneinheiten, davon 4 Stück 1,5-Zimmer-Wohnungen, 10 Stück 2,5-Zimmer- Wohnungen und 4 Stück 3-Zimmer-Wohnungen. Die Wohnungen in den Dachgeschossen sind gemäß § 51 BauO Bln barrierefrei zugänglich und nutzbar.

Durch die Baumaßnahme werden insgesamt 2.075 m² BGF bzw. 7.900 m³ BRI umbauter Raum hergerichtet.

Das Projekt wird von uns in den Jahren 2013 bis 2015 fertig gestellt und in den Leistungsphasen 1 - 8 betreut.

Fotos und Details zum Projekt

OPPERTSCHNEE - PROJEKTPARTNER GmbH - Friedbergstraße 12 - 14057 Berlin - Telefon: 030/315 924 0 - info@oppert-schnee.de